Die vielbeschworene preußische Toleranz – in Potsdams Kirchen kommt sie zum Ausdruck: Mitten im protestantischen Potsdam steht eine große katholische Kirche, auch die älteste russisch-orthodoxe Kirche Deutschlands. Gotteshäuser wurden für Kolonisten aus verschiedenen Ecken Europas gebaut: Schweizer, Franzosen, Böhmen...
Potsdams Kirchen im Kurzporträt:
- Stadtkirche St. Nikolai: ein riesiger Kuppelbau mit Vorbildern von Kathedralen in Rom, London und Paris am Alten Markt, geweiht 1837, Baumeister: Schinkel, Persius und Stüler.
- Französische Kirche: nach dem Vorbild des römischen Pantheon für französische Siedler gebaut, geweiht 1753,
Baumeister: von Knobelsdorff, Bouman, in den vergangenen Jahren restauriert.
- Katholische Propsteikirche St. Peter und Paul: wie ein Campanile im Großformat steht die Kirche am Ende des Potsdamer Bummelboulevards, geweiht 1870,
Baumeister: Stüler, Salzenberg
- Friedenskirche: am Eingang zum Park Sanssouci wurde diese Kirche wie ein mittelalterliches italienisches Kloster angelegt, geweiht: 1848, Baumeister: Persius, von Arnim, Hesse, Stüler
- Erlöserkirche; evangelische Kirche in Potsdam-West,
geweiht 1898, Baumeister: Möckel
- Christuskirche: eingezwängt neben Wohnhäusern behauptet sich die Kirche der einstigen „Altlutheraner“, geweiht 1903, Baumeister: Grabowsky
- Pfingstkirche: zwischen Pfingstberg und Neuem Garten steht diese Kirche in einer Gartenidylle, geweiht 1894,
Architekt: Tiedemann
- Inselkirche Hermannswerder: der neugotische Bau gehört zur Hoffbauer-Stiftung, geweiht 1911, Baumeister: Gebrüder Bolle
- Friedrichskirche: Mittelpunkt einer Siedlung für böhmische Weber in Babelsberg (früher Nowawes), geweiht 1753, Baumeister: Bouman
- Oberlinkirche Babelsberg: Mittelpunkt des Oberlinhauses, u.a. Lehrstätte für Taubblinde, geweiht 1905,
Baumeister: von Tiedemann
- Parrkirche St. Antonius: katholische Kirche für Babelsberg, geweiht 1934, Baumeister: Fahlbusch
- Kapelle Klein-Glienicke: nahe an der Stadtgrenze zu Berlin,
war die Kirche zu Zeiten der Mauer dem Verfall preisgegeben, geweiht 1881, Baumeister: Persius
- Heilandskirche Sacrow: weit außerhalb der Innenstadt, am Ufer der Havel, im Stil einer italienischen Basilika, stand jahrelang im Schatten der Mauer im Niemandsland, geweiht 1844,
Baumeister: Persius
- Kirche des Heiligen Alexander Newski: für die russischen Bewohner eine nahe gelegenen Siedlung (Alexandrowka) erbaut, wurde sie ununterbrochen genutzt, geweiht 1829,
Baumeister: Schinkel
- Bornstedter Kirche: italienisch anmutend wacht die Kirche über die Grabstätten berühmter Potsdamer, geweiht 1856,
Baumeister: Stüler
- weitere Dorfkirchen in den eingemeindeten Orten Bornim (1903), Eiche (1771), Grube (1746), Nattwerder (1690 – die älteste erhaltene Kirche Potsdams), Drewitz (1732) sowie
- die Kirchen in den Neubaugebieten: Sternkirche (1990), Versöhnungskirche im Kirchsteigfeld (1997).
Potsdams verlorene Kirchen: die Garnisonkirche (1732 – 1945),
Heiligengeistkirche (1726 – 1945), Alte Neuendorfer Kirche und Bethlehemkirche (1899 – 1941) sowie die jüdische Synagoge (1903 – 1938)
Quelle: Andreas Kitschke, Die Potsdamer Kirchen, 2001 im Kunstverlag Peda, Passau, erschienen.